ALTER & REIFUNG

Was bedeutet 12 Jahre bei Whisky?

Die Altersangabe auf einer Whiskyflasche wird häufig falsch verstanden. Sie bezeichnet nicht das Durchschnittsalter der enthaltenen Whiskys.

Die wichtigste Regel

Steht auf einer Flasche „12 Jahre“, muss der jüngste darin enthaltene Whisky mindestens zwölf Jahre im Fass gereift sein.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass jeder verwendete Whisky exakt zwölf Jahre alt sein muss.

Eine Destillerie kann beispielsweise 12, 14 und 18 Jahre alte Fässer miteinander kombinieren. Auf der Flasche darf dann trotzdem nur die Altersangabe 12 Jahre stehen, weil immer der jüngste enthaltene Whisky maßgeblich ist.

Warum werden verschiedene Fässer vermählt?

Eine Standardabfüllung soll möglichst zuverlässig den gewünschten Charakter der Destillerie zeigen. Einzelne Fässer entwickeln sich jedoch unterschiedlich.

Deshalb kombinieren Master Blender beziehungsweise die für die Zusammenstellung verantwortlichen Teams verschiedene Fässer. So kann aus Fruchtigkeit, Würze, Süße und Holzcharakter ein möglichst ausgewogenes Gesamtbild entstehen.

Wird Whisky in der Flasche älter?

Nein. Für die Altersangabe zählt grundsätzlich die Zeit der Reifung im Fass.

Ein zwölf Jahre gereifter Whisky wird nicht zu einem 22-jährigen Whisky, nur weil die Flasche anschließend zehn Jahre im Schrank steht.

Nach der Abfüllung verändert sich Whisky bei korrekter Lagerung wesentlich weniger als während der Fassreifung.

Ist älter automatisch besser?

Nein. Ein höheres Alter kann zusätzliche Tiefe und stärkere Fassnoten bringen, aber mehr Jahre bedeuten nicht automatisch mehr Genuss.

Ein sehr alter Whisky kann beispielsweise stärker vom Holz geprägt sein. Umgekehrt kann ein jüngerer Whisky besonders lebendig, fruchtig oder destillerietypisch schmecken.

Alter ist daher ein wichtiger Hinweis – aber kein objektives Qualitätsurteil.